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es sich zeigen sollte, daß — nein; ich kann nicht wünschen, daßsie gar nicht sein Weib sollte gewesen seyn. Das kann keineTochter von ihrer Mutter wünschen! Fahrt jetzt fort, und laßtuns sehen, was der viereckige Pack enthält."
Wildtödtcr that nach ihrem Wille», und fand, daß er einenkleinen Koffer von hübscher Arbeit, aber geschloffen, enthielt. DasNächste war, den Schlüssel zu sinden; aber da alles Suchenfruchtlos blieb, wurde beschlossen, das Schloß aufzubrechen. Dießbewerkstelligte Wildtödter bald mittelst eines eisernen Instruments,und man fand, daß er beinahe ganz mit Papieren angefüllt war.Viele davon waren Briefe; andere Bruchstücke von Manuscripten,Aufsätze, Rechnungen und ähnliche Urkunden. Der Falke stößtnicht mit plötzlicherer Gier auf das Huhn, als Judith herbeisprang,um sich dieses Schachts von bisher unbekannten Nachrichten undKenntnissen zu bemächtigen. Ihre Erziehung und Bildung war,wie der Leser bemerkt haben wird, weit über ihre Stellung imLeben, und ihr Auge flog über die Briefe, Blatt für Blatt, miteiner Leichtigkeit hin, welche Folge ihrer guten Schule, zugleichaber auch mit einer Gier, welche das natürliche Ergebniß ihrerGefühle war. Zuerst war das Mädchen sichtlich erfreut, und wirdürfen beisetzen mit Grund; denn die Briefe, von Frauen geschrieben,voll Unschuld und Zärtlichkeit, waren der Art, daß sie ihr Wohleinigen Stolz cinflößen konnten auf diejenigen, mit welchen sie, wiesie mit allem Grund glaubte, durch Bande des Blutes enge verbundenwar. Es paßt jedoch nicht in unser» Plan, von diesen BriefenMehr mitzutheilen, als einen allgemeinen Begriff ihres Inhalts,und dieß wird am besten geschehen, wenn wir die Wirkung schildern,welche sie auf das Benehmen, die äußere Erscheinung und dieGefühle des Mädchens hervorbrachten, das sie so begierig durchlief.
Es ist schon gesagt worden, daß Judith eine große Freudeüber die Briefe hatte, die ihr zuerst unter die Augen kamen. Sieenthielten die Briefe einer zärtlichen und liebevollen Mutter an