389
Englisch, dann starrte sie beinahe eine Minute den schlafenden Ge-fangene» an, und entfernte sich dann langsam, Trauer und Bc-trübniß in ihrem Wesen.
Das Mädchen »ahm sich nicht die Mühe, ihre Bewegungenzu verhehlen. Alle schlauen Anskunftsmittcl dieser Art gingengänzlich über ihr Vermögen; doch war ihr Schritt von Naturleicht und kaum hörbar. Wie sie die Richtung nach der äußerstenLandspitze, oder nach dem Platz einschlng, wo sie bei ihrem erstenAbenteuer gelandet, »nd wo Hist sich eingeschifft hatte, sah dieSchildwache ihre leichte Gestalt allmälig im Dunkel verschwinden,ohne darüber unrnhig zu werden oder ihre Stellung zu ändern.Der Indianer wußte, daß Andere auf Wache ausgestellt waren,und glaubte nicht, daß diejenige, die zweimal freiwillig ins Lager gekom-men war, und es schon ganz offen verlassen hatte, sich durch die Fluchtihnen werde zu entziehen suchen. Kurz, das Thun und Treiben desMädchens erregte nicht mehr Aufmerksamkeit, als das irgend einer gei-stesschwachen Person in civilisirten Ländern erregen würde, währendman ihrer Person mit weit mehr Achtung und Rücksicht begegnete.
Hett» hatte freilich keine sehr deutliche Vorstellung von denLokalitäten, aber doch fand sie den Weg zum Strande, den sie ansderselben Seite des Vorsprungs erreichte, wo auch das Lager auf-geschlagen war. Dem Rand des Wassers folgend, und die Rich-tung nach Norden cinschlagend, stieß sie bald auf den Indianer,der als Schildwachc am Strand auf- und abschritt. Es war dießein junger Krieger, und als er ihren leichten Tritt auf dem Kies-grunde hörte, näherte er sich rasch, obwohl keineswegs in drohen-der Weise. Tie Finsterniß war so dicht, daß es nicht leicht war,innerhalb der Schatten des Waldes auf eine Entfernung vonzwanzig Fuß Gestalten zu entdecken, und beinahe unmöglich, Per-sonen zu unterscheiden, als bis man sie beinahe greifen konnte.Der junge Huronc ließ einigen Verdruß blicken, als er merkte,Wem er begegnete, denn die Wahrheit zu. gestehen, erwartete er