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12 (1851) Der Wildtöter : eine Erzählung
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genug darin, über Ströme i» dieser Art zu setzen, daß man sichersehn konnte, sie würden einen Floß bauen, falls sie es gcrathenfände», sich den Gefahren eines Angriffs bloßzustellen. Der Todihres Kriegers konnte ein hinreichender Sporn, jedoch auch eineWarnung scyn: Wildtödter aber hielt es für mehr als nur mög-lich, daß die nächste Nacht die Dinge, und zwar eben in solcherWeise, zur Entscheidung bringen würde. Diese Ahnung ließ ihndie Anwesenheit und den Beistand seines Mohikauischen Freundessehnlichst wünschen, und war der Grund, daß er der Stunde desSonnenuntergangs mit steigendem Verlangen entgegensah.

Als der Tag vorrückte, brachte die Gesellschaft im Castellihre Plane zur Reife, und traf ihre Vorkehrungen. Judith warsehr thätig, und schien Freude daran zu finden, ihrem neuen Be-kannten mit Rath und Auskunft an die Hand zu gehen : denn seineGleichgültigkeit gegen Gefahr, seine männliche Hingebung für sieund ihre Schwester, sein redliches Wesen und seine innige Treu-herzigkeit hatte» schnell ihre Einbildungskraft und ihr Gemüth ge-wonnen. Obgleich die Stunden in gewisser Hinsicht Wildtödter»lang vorkamcn, fand sie doch Judith nicht so, und als die Sonnesich gegen die tannenbekleideteu Spitzen der westlichen Berge zusenken begann, äußerte sie unverhohlen die lleberraschung, die sieempfand, den Tag so bald zu Ende gehen zu sehen. Hctty dage-gen war trübnachdenklich und schweigsam. Sie war nie sehr red-selig, oder wenn sie gelegentlich mittheilsam wurde, so war dießnur die Folge einer vorübergehenden Aufregung, welche ihr arg-loses Gemüth in Spannung und Bewegung setzte: aber an diesemhochwichtigen Tage schien sie ganze Stunden lang den Gebrauchder Zunge gänzlich verloren zu haben. Besorgnis wegen ihresVaters drückte sich im Wesen der beiden Töchter nicht auffallend aus.Keine schien ernstlich ein größeres Unheil zu befürchten, als Ge-fangenschaft, und ein oder zweimal ließ Hetty, wenn sie sprach,die Erwartung durchblicken, Hutter werde Mittel finden, sich selbst