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Gotti die Klippen hinabstürzte, da war's doch gewiß ein Wunder,daß sie nicht den Hals brach; als sie aber vollends in die See hinab-rollte, da war's noch ein viel größeres Wunder, daß sie nicht ertrank."
„Es ist besser, Nachbar Bito, solche Dinge der Kirche anheimzu stellen," lautete des Vicestatihalters Antwort; „auch sehe ich injener früheren Sache kein Wunder, was uns in Erstaunen setzen könnte."
„Wie! — Nennt Jhr'S kein Wunder, Signor Andrea, wennzwei Männer, wie Ihr-und ich, von einem schuftigen französischenKaper betrogen werden — denn letzteres war der Fall, daran istkein Zweifel? Ich meines Theils betrachte es als ein so großesWunder, daß es eigentlich dem zweiten eher folgen, als ihm voran-gehen sollte."
Hierauf gab Andrea eine Antwort, wie sie seiner besseren Einsichtgeziemte und das Gespräch nahm die gewöhnliche Wendung: nämlichwelche Mittel die beiden Beamten gebrauchen könnten, nm den Makel,welcher, wie sie beiderseitig wohl fühlten, auf ihrem Scharfsinne haftete,von sich abzuwälzen und zwar für die zwei möglichen Fälle, baß manBeider Scharfsinn vereint oder nur den des Einzelnen betroffen glaubte.
Diese fieberische Stimmung war unzweifelhaft daran Schuld,daß der Vicestatthalter, sonst ein so gerader, vertrauensvoller Mann,mit einem Male mißtrauisch und scharfblickend wurde. Carlo Giun-totardi's und Ghita's Anwesenheit waren ihm gleich Anfangs alsetwas Außergewöhnliches ausgefallen. Er konnte zwar ihre Gesichterin dem Mondlichte und in ihrer gegenwärtigen Entfernung in derJolle nicht deutlich unterscheiden, dachte sich aber sogleich, die Leuteauf dem Boot, das von dem Schiff in's Schlepptau genommenwurde, müßten seine alten Bekannten sepn. Nun hatte zwar AndreaBarrofaldi bis auf diesen Tag Ghita oder ihren Oheim niemalsauf irgend eine Art mit Raoul Vvard in Verbindung gebracht:gleichwohl waren durch die räthselhafte Art, wie Beidevon der Inselverschwanden, ohne Widerrede allerhand Bemerkungen veranlaßtworden und in seiner jetzigen Gemüthsstimmung war es gerade