zu gleichen Theilen geschieden, an der Gränze der Ebene und längsdem Rande des Wassers — oder dehnt sich an den Seiten des Hügelsund bis zu dessen Gipfel empor. Von diesem Punkte aus erscheintdie nördliche Seite des Golfes als eine wirre Masse von Ortschaf-ten, Billen, Ruinen, Palästen und Weingeländcn, bis wir das Ende —gleich seinem Nachbar gegenüber ein niedriges Vorgebirge— erreichen.
Diesem zunächst kommt ein kleines Eiland — eine Art natür-lichen Vorpostens; dann zieht die Küste in einem Bogen gegenNorden und bildet einen zweiten, kleineren Golf, der, überreich anNeberbleibseln der Vergangenheit, einige Meilen weiter seewärtsmit einem hohen, rothlichen, sandigen Uferabsturz endigt, welcher fastauf den Namen eines Berges Anspruch macht.
Westlich davon sehen wir noch zwei weitere Inseln liegen; dieeine davon ist flach, fruchtbar und wie man sagt, bevölkerter alsjeder andere Theil Enropa'S von gleichem Umfange es sehn soll;die andere dagegen erscheint als ein prachtvolles Gemische spitzigerBerge, volkreicher Städte, fruchtbarer Thäler, Schlösser, Landhäuser— ein Gemälde, das noch durch die Trümmer lange ruhender Vul-kane, die in großer aber anziehender Verwirrung unter einandergeworfen sind, vervollständigt wird.
Wenn sich der Leser zu dieser Beschreibung eine Küste vor-stellt, wo fast jeder Fuß breit durch irgend eine glorreiche Erinne-rung der Vergangenheit, von gestern an bis zu den dunkelsten Fernender Geschichte, — interessant wird; wenn er die Wasserfläche durcheine Flotte kleiner, lateinisch aufgetackelter Fahrzeuge belebt odergar durch die gelegentliche Ankunft eines größeren Schiffes nochpittoresker macht; wenn er den Golf mit zahllosen Fischerbootenübersät und von dem Gipfel des kegelförmigen Berges, dergleichsam daS Haupt des Golfes bildet, eine Rauchsäule aufsteigenläßt — so bekommt er einen Umriß alles Dessen, was das Augedes Fremden bezaubert, wenn er sich Neapel von der Seeseite nähert.
Der Zephyr wehte wieder und die gewöhnliche Flotte von