Mann unterliegen kann — ein haffenSwerthcS Verbrechen aber istsie doch gewiß nicht."
„Ihr gebt also zu, Signore, daß es nie einen englischen SirCicero gegeben hat?"
„Die Wahrheit zwingt mich, zu gestehen, daß ich nichts voneinem solchen weiß. Für einen jungen Mann, wie ich, der dasMangelhafte seiner Erziehung recht wohl fühlt, ist es allerdingshart, gleich bei der ersten Bekanntschaft ein solches Bekenntniß voreinem Philosophen abzulegen. Anders gestaltet sich'S freilich, wennnatürliche Bescheidenheit durch vertrauliche Herzensgüte ermuthigtwird und bei Signor Barrofaldi gilt eine eintägige Bekanntschafteben so viel als bei einem gewöhnlichen Manne die eines ganzenJahreS."
„Wenn dicß der Fall ist, Sir SmeeS, so kann ich das Vor-gegangene recht, leicht begreifen und eben so willig übersehen," er-widerte der Vicestatthalter mit einer Selbstgefälligkeit, welche dervon Vito Viti kaum vorhin bewiesenen Einbildung in Nichts nach-stand. „Für ein empfindliches Gemüth muß es sehr peinlich sehn,die Lücken zu fühlen, welche eine unvermeidliche Folge des Mangelsan Gelegenheit zum Studiren find, und ich kann dann nur nochbekennen, wie erfreulich es für mich ist, einen Scharfblick zu ent-decken, der diesen Mangel auffindet und freimüthig zugesteht. WennEngland auch dem Namen nach niemals einen Cicero besaß, sohat cs ohne Zweifel in Wirklichkeit schon manche gehabt, selbstwenn wir den Schimmer abrechnen, welchen die Zeit gewöhnlichüber einen Mann von solchem Rufe verbreitet. Sollte Euer DienstEuch im Laufe dieses Sommers noch öfters dieses Weges führen,Signore, so würdet Ihr das Vergnügen, welches ich schon jeht EurerBekanntschaft danke, in hohem Grade vermehren, wenn Ihr mirerlauben wolltet, Eure Leselust auf Werke zu lenken, die einem Geiste,wie dem Euren, nicht allein Befriedigung, sondern auch sicherenGewinn gewähren müßten."
Raoul äußerte seinen verbindlichen Dank für dieses Anerbieten