pflichtgemäß z» dem Kommandanten des Platzes zu verfügen. Ihrwerdet Euch durch Höflichkeit niemals etwas vergeben und Englandist ein zu gebildetes Land, um sich selbst durch die Italiener, dieSchöpfer der modernen Civilisation, in solchen Sachen überbietenzu lassen/"
„Wahrlich, Ihr seyd glücklich einen solchen Souverän zu be-sitzen: dieß um so mehr, da Ihr sogar den Zutritt zu seiner ge-heiligten Person genießt."
„Ja, dafür ist aber auch die Marine sein Lieblingsfach unduns Kapitäne insbesondere betrachtet er wie seine Kinder; ,daß Ihrmir nie nach London kommt, mein theurcr Smcet/ sagte er zu mir— ,ohne in meinem Palaste vorzusprechen, wo Ihr jederzeit einenVater finden werdet — Ihr wißt, er hat einen Sohn unter uns,der erst neulich noch, so gut wie ich selbst, Kapitän war?"
„8an 8tcpl,ano! — er, das Kind eines großen Königs! —Ich muß gestehen, Signore, das wußte ich nicht."
„Ja, in England besteht ein Gesetz, wonach der König wenig-stens einen Sohn in der Marine placiren soll. ,Ja/ sprach SeineMajestät, ,vergeht mir niemals, den höheren Autoritäten EureAufwartung zu machen und verkündet ihnen ein für allemal meinWohlwollen und meine Gewogenheit, sogar bis zu den untergeord-netenBchörden herab, die das Vertrauen ihrer Vorgesetzten genießen/"
Raoul gefiel sich ungemein in der Rolle, die er jetzt spielte,nur war er fast zu sehr zu Uebertreibnngen geneigt. Gleich allenkühnen und entschlossenen Geistern geschah es ihm viel zu leicht,jene Gränzlinic, welche das Erhabene vom Lächerlichen scheidet, zuüberschreiten und sich dadurch der Gefahr, entdeckt zu werden, nurallzuhäufig auszusetzen.
Von Vito Viti hatte er übrigens in dieser Beziehung wenigzu fürchten, denn bei ihm kam provinzielle Leichtgläubigkeit undLiebe zum Wunderbaren der graffesten Unwissenheit zu Hülfe, sodaß Alles, was der Andere in dieser Weist äußern mochte, bei ihm