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klar werden wird, von bene», -die sie kannten, genannt wurde —eigentlich hieß sie Ghita Caraccioli — war von Kindheit an einWaise gewesen. Sie hatte sich in ihrer cigcnthümlichcu Lage einSelbstvertrauen, eine Seelenstärke angeeignet, welche bei einem sojugendlichen und von Natur so sanften Wesen sonst wohl schwerlichanzutrcffen gewesen wäre. Eine Tante hatte ihrer Seele die Grund-sätze der weiblichen Sitte eingeprägt und ihr Oheim, der, von einemheftigen religiösen Drange getrieben, für die Freuden dieser Weltabgestorben war, hatte das Seinige dazu beigetragen, ihr das Ge-fühl tiefer Frömmigkeit und ängstlicher Gewissenhaftigkeit einzupflanzen.
So ließ die Wahrhaftigkeit ihres Wesens sie die Täuschungverdammen, welche Naoul eben jetzt beging, während ihre weiblicheSchwäche sie wiederum geneigt machte, das Unrecht um des Beweg-grundes willen zu verzeihen. Sie war oft und immer wieder vordem Gedanken zurückgebebt, wie tief der junge Seemann in diesenTrug verwickelt werden mußte — einen Trug, der überdieß nochso leicht mit Gewaltthat und Blutvergießen enden konnte: dannhatte sic wieder unter dem Einfluss« eines sanfteren Gefühles ge-zittert, wenn sie bedachte, daß er sich all' diesen Gefahren nurihretwegen aussetzte. Ihre Bernunft hatte ihr schon längst vorge-stellt, daß Naoul Vvard und Ghita Caraccioli einander eigentlichfremd scyn sollten — ihr Herz aber hatte wieder ganz andereDinge zu erzählen.
Eben die jetzige Veranlassung war ganz dazu geeignet, diesewiderstreitenden Gefühle lebendig zu erhalten und während die meistenAndern nach dem Hafen hinabeilten, um das Einlaufen deS Doppel-jlüglerS mit anzusehen, blieb sie, wie schon gesagt, auf dem Hügelzurück, indem sie, meist in Thränen gebadet, ihren eigenen GedankenGehör schenkte.
Naoul hatte aber keineswegs die Absicht, seinen Irrwisch einemOrte anzuvertrauen, wo er so leicht unter der Hand des Menschenerlöschen konnte. Statt, wie man erwartet hatte, vor den aber-