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heit, wie die eigentlich lateinischen* Fahrzeuge; doch nähert er sichihnen immer noch so weit, daß er dem Auge jederzeit einen ange-nehmen Anblick gewährt und besonders in der erwähnten Stellunghöchst freundlich auSsicht. Einem Seemanne macht er noch überdießden Eindruck größerer Zweckmäßigkeit, denn seine Art, die Segelzu führen, setzt ihn in den Stand, mit den schwersten Stürmen,den wildesten Wogen den Kampf zu bestehen, während er bei heiterenLüften und auf glattem Wasserspiegel dem Auge so wohlgefällig erscheint.
Der Lugger, der jetzt am Fuße der Berge von Elba vorüberzog,war ein Dreimaster, hatte aber nur an den beiden vorderen StengenSegel anfgehißt. Der dritte Mast, in den Hackbord eingesetzt, warnur kurz und führte ein kleines Segel, ras man in England einBratspillsegel nennt, und das, wenn es scharf angehalt wird, vor-nehmlich dazu dient, die Büge des Fahrzeugs in den Wind zubringen und dasselbe lnvgierig zu machen, wie dieß in der Kunst-sprache genannt wird.
UebrigenS war eben jetzt kaum ein leichtes Nthemholen desWindes zu verspüren, und selbst Ghita, welcher das heiße Blut ihrerHeimath in den Wangen glühte, fühlte sich nur von einem leisenLüftchen angefächelt, das ihr gelegentlich die Locken aus dem Gesichtewehte, welche mit der Seide ihres Geburtslandes an Glanz, wiean Zartheit.zu wetteifern schienen, da sie sonst wohl schwerlich vondem sanften Hauche der Seeluft bewegt worden wären.
Dafür hatte der Lugger aber auch seine leichtesten Segel ent-faltet — die schwereren blieben für die Zeit des Sturmes aufbe-wahrt — und die Leinwand blähte sich gleich den Falten eines Luft-ballons in dem milden Hauche des Abends; von Zeit zu Zeit, wenneine höhere Woge die Naaen hin- und herschüttelte, klappten dieSegel zwar wieder zusammen, im Ganzen aber standen sie doch
* Lateinische Fahrzeuge nennt man alle diejenigen, welche mit latei-nischen, d. h. dreieckigen Segeln versehen sind. D. U.