die Windstöße von der offenen Thüre der geheimen Treppe heraufan sich vorüberstürmen fühlte. Hätte man Cäcilien je aufgefor-dert , die Gefühle, welche sie jetzt die Treppe hinabsührten, oder dieArt, wie sie hinabkam, zu erklären, sie wäre nicht im Standegewesen, diese Aufgabe zu lösen, denn schnell, wie der Gedanke,stand sie, ihrer Lage fast völlig unbewußt, auf der Schwelle deräußern Thüre.
Der Mond wandelte noch unter fliehenden Wolken und ver-breitete gerade Licht genug, um ihr die Stille des Lagers und derStadt fühlbar zu machen. Der Ostwind heulte noch durch dieStraßen, trieb gelegentlich da und dort Schnecwirbel mit sich undhüllte ganze Stadtviertel in deren dunstigen Schleier: aber wederMensch noch Thier war zu sehen.
Die zitternde Braut bebte vor dem düstern Anblicke zurück;unwillkürlich drängte sich ihr die Bemerkung auf, wie diese Sceneso ganz mit dem Tode ihrer Großmutter in wilvem Einklänge stand.Im nächsten Augenblick war sie wieder oben im Zimmer und durch-forschte jeden Winkel desselben mit betäubender Angst nach derPerson ihres Gemahls. Doch ihre Kräfte, unnatürlich angespanntwie sie waren, vermochten nicht länger sie aufrecht zu erhalten.Sie mußte endlich dem tiefen Eindrücke unterliegen, als sich ihrder Gedanke aufdrängte, daß Lionel sie im enscheidendsten Augen-blicke verlassen habe, und es darf nicht befremden, wenn sie diedüsteren Vorzeichen dieser Nacht mit seiner räthselhasten Abwesen-heit in Verbindung brachte. Das im Innersten getroffene Mädchenschlug die Hände angstvoll zusammen, rief noch jammernd denNamen ihrer Cousine und sank bewußtlos zu Boden.
Agnes war in fröhlicher Emsigkeit mit ihren Dienstboten be-schäftigt, der Neichthum der Lcchmere's auf eine Weise zu ent-falten , welche ihrer Cousine dem reicheren Herrn und Gemahlgegenüber keine blnehre machen sollte. Der schneidende Hülferufdrang jedoch durch den Lärm der eilfertigen Diener und das Klappern