288
Neunzehntes Kapitel.
Gott wollte me, daß Menschen himmelanSich wagten auf der Menschen-Weisheit Leitern.
Cowper.
Wenige Tage leichter Bewegung in der belebenden Luft derJahreszeit waren hinreichend, die Kräfte des Genesenen wieder her-zustellen, dessen Wunden während seines in Folge der empfangenenBeruhigungsmittel so lange anhaltenden Schlummers gänzlich geheiltwaren. Polwarth hatte, mit Rücksicht auf den veränderten Zustand seinereigenen Gliedmaßen, so wie ans Lionels Schwäche, in so weit demGelächter der Armee getrotzt, daß er eines jener bequemen, leichtenFuhrwerke, in den guten alten Zeiten der Kolonial-Einfachheitunter dem freundlichen und anspruchslosen Namen der ,Tvmpu»gS^bekannt, herbeizuschaffen bemüht gewesen war. Diese Maschinezu bespannen, hatte er sich genöthigt., gesehen, einen der stolzenRenner seines Freundes zu pressen. Das Thier war durch langeDressur, zu der wohl, der niedrige Stand der Haserspeicher am Platzegleichfalls das Seinige beitrug, so weit gebracht worden, daß esso ruhig über den Schnee hinschritt, als ob cS der Aenderung inder Gesundheit seines Herrn sich bewußt gewesen wäre. In diesemsicheren Wagen konnte man die beiden Herrn täglich durch dieoberen Straßen der Stadt und durch die gewundenen Pfade desGemeindegrundes fahren und die Glückwünsche ihrer Freunde ent-gegennehmcn sehe»; oder machten sie auch ihrerseits Krankenbesuchebei solchen Kameraden, die gleich ihnen in der mörderischen Schlachtdes vergangenen Sommers verwundet worden, und jetzt, weit weni-ger glücklich als sie, noch immer genöthigt waren, einer langwierigenGefangenschaft in ihren Wohnungen sich zu unterwerfen.
Es war nicht schwer, Cäcilie und Agnes zu überreden, an diesenkurzen Ausflügen Antheil zu nehmev; doch hatte keine Versuchung