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7 (1842) Lionel Lincoln, oder die Belagerung von Boston : eine amerikanische Erzählung aus dem Jahre 1780
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an ihrer Stellung und ihrem Schritt deutlich wahrnehmen, daßsie den Kranken da zu finden erwartete, wo sie ihn zuletzt gesehenund wo seine regungslose Gestalt so manchen traurigen Monathindurch in gänzlicher Apathie gelegen hatte. Lioncl folgte ihrenBewegungen mit den Augen und als das leichte Band ihres Mor-genhäubchens von ihrem eignen Nthem zur Seite geweht wurde, ent-deckte er die unnatürliche Bläffe ihrer Wangen. Als sie aber dieFalten der Bettvorhänge zurückzog und den Kranken vermißteder Gedanke ist nicht schneller, als die Wendung, mit der sie sichnach dem Stuhle umdrchte. Hier begegnete sie den Augen desJünglings, die mit Entzücken nach ihr herüber strahlten, nnd jeneBegeisterung, jenes fühlende Verstehen ausdrücktcn, welchem sie solange entfremdet gewesen waren. Der Neberraschnng und demDrange ihrer Gefühle nachgebend, flog Cäcilie zu seinen Füßenund, seine ausgestreckte Rechte mit ihren beiden Händchen um-schließend, rief sie:

Lionel, theurer Livnel, Sic sind besser! Gott sey gelobt,endlich sehen Sie sich selbst wieder ähnlich!"

Lionel wand sanft seine Hand aus dem warmen, unverhaltenenDruck ihrer zarten Finger los und zog ein Papier hervor, das sieunbewußt seiner eigenen Hand Preis gegeben hatte.

Dieß, theuerste Cäcilie," flüsterte er zudem erröthenden Mäd-chen,dieß ist mein eigener Brief, den ich schrieb, als ich meinLeben von naher Gefahr bedroht wußte, und der die reinsten Ge-fühle meines Herzens ausspricht gestehen Sie mir denn, daßer nicht ohne Ursache so sorgsam aufbewahrt wurde!"

Cäcilie verbarg für einen Augenblick in brennender SchamLas Antlitz in beiden Händen und überließ sich dann den Gefühlen,welche alle zumal in diesem Augenblick auf ihr Herz einstürmten,mit der ganzen Weichheit eines Weibes, indem sie plötzlich in einenStrom von Thränen ausbrach. Es wäre unnütz, bei den trösten-den, einschmeichelnden Reden des Jünglings zu verweilen, dem es