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„Ach, Leo," sagte der Kapitän mit einer Art komischer Be-trübnis, „ich fürchte, wir dürfen, trotz dieses heiligen Mondscheins,für heute nicht den Musen huldigen."
„Davon kannst Du Dich überzeugen, wenn Du bemerken willst,daß wir die akademischen Gebäude links lassen — unsere Führerwenden sich nach der Chaussee."
Sie hatten sich mittlerweile aus den Wiesen herausgearbeitetund bewegten sich auf einer Straße, die in das innere Land führte.
„Du würdest besser thun, wenn Du Deinen Diener rufen undzu Pferd steigen wolltest, Major Lincoln," sagte Polwarth mürrisch;„ich sehe, man muß seine Kräfte schonen."
„Es.wäre Thorheit jetzt; ich bin naß, und muß schon derGesundheit wegen gehen."
Mit dem Verschwinden von Polwarth's munterer Laune wurdedie Unterhaltung matt und die beiden Herrn unterbrachen die Stilledes weiteren Marsches nur durch solche gelegentliche Mittheilungen,wie sie durch die vorübergehenden Zwischenfälle in ihrer Lage her-vorgerufen wurden. Man konnte bald sowohl aus der den Kolonnengegebenen Direktion, als an dem beeilten Schritt ihres Führerserkennen, daß der Marsch forcirt und von ziemlicher Dauer seynsollte. Als jedoch die Luft kühl wurde, sträubte sich selbst Polwarthnicht länger, sein erstarrtes Blut durch eine mehr als gewöhnlicheBewegung zu erwärmen. Die Kolonnen öffneten sich zur Erleichterungdes Marsches; jeder Mann durfte nach eigener Bequemlichkeit gehen,vorausgesetzt, daß er an seiner angewiesenen Stelle blieb und gleichenSchritt mit seinen Kameraden hielt. Auf diese Art rückte dieTruppe munter vorwärts; allgemeine Stille herrschte über dasGanze, da die Stimmung der Mannschaft von jener- tiefen Nüch-ternheit durchdrungen war, welche großen Ernst bei einem Vorhabenbeurkundet. Im Anfang erschien die ganze Gegend in allgemeinenSchlummer begraben; als sie aber weiter vordrangen, lockte dasBellen der Hunde und der Tritt der Soldaten die Einwohner der