beisammen wohnen. Doch ist es Pflicht für den Dichter,diesen Jrrthümern zu willfahren; denn nicht leicht gibt eseinen Fehler, der seiner Strafe sicherer Ware, als der ist,welchen ein Schriftsteller begeht, wenn er seine Leser zu be-lehren sucht, wahrend sie nur unterhalten seyn wollen. DemVerfasser haben sich diese Wahrheiten durch Erfahrung undzwar noch selten deutlicher aufgedrängt, als in den Schwierig-keiten, aus welche er bei Abfassung dieser seiner einzigenhistorischen Erzählung stieß — sowie in der Aufnahme, welchesie bei der Lesewelt gefunden. Daß er die Meinung derLetzteren nicht unbeachtet gelassen, hat er dadurch bewiesen,daß er alle ähnlichen Versuche unterließ, auf deren Nutzlosig-keit er mit eben so viel Bestimmtheit als Schonung aufmerk-sam gemacht wurde.
Wenn einem Romanschreiber erlaubt ist, die Zeitfolgezu ändern und Ereignisse und Gebräuche aus verschiedenenZeitaltern als die ihm gebührenden Hülfsmittel znsammen-zuwählen, so hat er dagegen im Falle des Mißglückcns auchkein Recht, den Tadel irgend einem anderen Umstande alsseiner eigenen Unfähigkeit zuzuschreiben; wenn aber besondereUmstände seinem Erfolg sich entgegenstellten, so muß ihm —und dieß besonders, wenn er seinen Fehler durch Widerrufeingestellt — zu seiner eigenen Rechtfertigung zu sagen erlaubtseyn, daß sein Hauptirrthum darin bestand, sich in ein Unter-nehmen einzulassen, das überhaupt und unter keinen Ver-hältnissen gut durchgeführt werden konnte.