Druckschrift 
5 (1836)
Entstehung
Seite
131
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er meine Geduld. Ich fand, daß er zur Hefe undzum Abschaum der Gesellschaft heruutersank, undkonnte nicht länger den Gedanken ertragen: seineVertraulichkeit dulden, und seine Laster unterhal-ten zu müssen.

Ich übergehe die Einzelnhcitcn meines See-lenzustands sowohl, als meiner äußerlichen, welt-lichen Geschichte. Eine große Veränderung warmit mir vorqegangen; ich wurde nicht mehr vonheftigen, streitenden Leidenschaften zerrissen: überdie empörte See hatte sich eine tödtliche, dumpfeSchwüle gelagert, selbst die zur Gesundheit nöthi-gen Winde hatten anfgehört:

Ueber'm Abgrund schlief ich; die Wellen verstummten.

Eine heftige, Alles überwältigende Lei-denschaft gehört zum Allcrunslttlichsten, wassich denken läßt; denn sie beraubt den Geist derBeweglichkeit und Spannkraft zu allen Thätigkei-ten und Anstrengungen, die unsre wahren Pflich-ten ausmachen. Nun jedoch, da dieses tyrannischeGefühl von meiner Seele gewichen war, suchteich die fühllose Gleichgültigkeit, welche die Folgedavon war, abzuschütteln und zu den mannig-fachen Beschäftigungen und Angelegenheiten desLebens zurückzukehren. Was nur immer mich vonmeinen schwarzen Erinnerungen abziehen, oderder dumpfen Erschlaffung meines Geistes eine au-genblickliche Anregung geben konnte, darnach griffich mit der Begierde und Lebhaftigkeit eines Kin-

-HikV-