Druckschrift 
5 (1836)
Entstehung
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bedenklichen Gesundheitszustand. Länger als einenMonat blieb ich bei ihr, und während dieser Zeitbrachte mir jede Post eine Zeile von Gertrud undbrachte wieder eine Botschaft von meinem Herzenan das ihrige zurück. Es war dieß kein geringerTrost, und zwar um so mehr, als jeder Brief vonzunehmender Gesundheit und Kraft sprach. NachAblauf eines Monats rüstete ich mich zur Rück-reise; meine Mutter erholte sich allmälig und ichhegte für sie keine weitere Besorgnisse: aber dieFäden nnsers Verhängnisses sind oft entsetzlichdurch einander verschlungen und löse» sich endlich nurin der letzten qualvollen Entscheidung ans. AmTage vor meiner festgesetzten Abreise war ich ineinem Haus gewesen, wo eine ansteckende Seuchewüthete; in der Nacht ward ich von Beklemmun-gen und tödtlichem Uebelscyn befallen und amMorgen lag ich im hitzigen Fieber.

So lang ich das Bewußtseyn meines Zustandsbehielt, schrieb ich fortwährend au Gertrude undverhehlte ihr sorgfältig meine Krankheit; abereinige Tage lag ich im Delirium. Als ich wiederzu mir kam, verlangte ich lebhaft meine Briefe;cs waren keine da! Ich konnte nicht glauben, daßich wirklich wachte; aber Tage vergicngen noch undkeine Zeile kam aus England von Gertrude. So-bald ich nur irgend es vermochte, ließ ich meinenWagen anspannen; ich konnte die Marter derbangen Erwartung nicht länger ertragen. In den