Druckschrift 
1 (1836)
Entstehung
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Der Mann schwieg einige Zeit, dann erwiederteer: ,,Tag und Nacht bete ich zu Gott, mit gebeug-ten Kineen, ein ungeänderres, nnabläßiges Gebet,und das ist: wenn der letzte Tvdeskampf diesenMenschen erfaßt; wenn er krank von Ermüdung,Sorge, Kummer und Hunger sich zum Sterbenniederlegt wenn dar Tvdesröcheln seine Brust be-engt und vor seinem brechenden Buge di- letztenGestalten verschwimmen; wenn dis Ennnernng dasSterbezimmer mit den Gestalten der Hölle bevöl-kert, und seine Feigheit ihren angstvollen Widerrufzum Himmel stammelt: dann möchte ich zu-g egen seyn!"

Nn» entstand ein langes Schweigen, allein un-terbrochen durch die Seufzer der Frau, welche sieunterdrücken zu wollen schien. Endlich stand derMann auf und mit einer so sanften Summe, daßsie im buchstäblichen Sinn- wie Musik klang, spracher zu ihr in den zärtlichsten Ausdrücken. Sic schienbald auf ihre Ueberzeugung zn verzichren und ant-wortete ihm mit Wärme;

,,Trotz der Stacheln meines Gewissens," sagtesie, ,,will ich, so lang ich Dich nicht verliere, Le-ben, Ebre, Hoffnung und selbst meine Seele ver-loren geben!"

Al» sie dieß gesagt, verließe» beide den Ort.

O! die Liebe des Weibes! wie stark in ihrerSchwäche! wie schön in ihrer Schuld!

Ende des ersten Bändchens.