Druckschrift 
1 (1836)
Entstehung
Seite
132
Einzelbild herunterladen
 

Indeß hatte eia wachsames Auge unser Beginnenbeobachtet, und das Fenster oben wurde wieder,aber so leise, geöffnet, daß außer, mir niemand esbemerkte. Der Thürhüter, ei» muntrer, derber,herzhaft aussehcnder Bursche, stand boshaft lachend,mit einer Laterne im Hintergrund, während wirdie Leiter, die kaum bis an den Korb reichte, ander Mauer ansetzte».

Der Ritter blickte sehnsüchtig nach uns, undbei dem Licht der Laterne bot sich uns eine neueAnsicht seiner lächerlichen Figur dar.

Seine Zähne klapperten vor Mißbehagen, undKälte und Angst verbreiteten doppelten Ernst undKummer über sein verwelktes Angesicht; die Nachtwar sehr stürmisch und jeden Augenblick faßte eiaWindstoß das meergrüne Kleid, wehte es in derLuft hin und her und schleuderte es, wie zumHohn, dem jammervollen Professor ins Angesicht.Die beständige Wiederholung dieser spaßhaften Uu-höflichkeit der Windstöße, die hohen Wände desKorbs und die zitternde Bewegung des Insassen,der noch dazu nicht sehr gewandt war, dieß Alles zu-sammen machte, daß Monsieur Margot einige Zeitbrauchte, um sich aus dem Korb auf die Leiter zuschwingen: endlich hatte er das eine dünne, zit-ternde Bein aus dem Korbebefreit.

„Gott sey Dank," sagte der fromme Lehrmei-ster, aber in diesem Augenblick wurde die Dank-sagung unterbrochen und zu Monsieur Morgots