Druckschrift 
4 (1852) Die Prairie : eine Erzählung
Entstehung
Seite
524
Einzelbild herunterladen
 

524

<

heftig auf die bleiche Stirn ihres Bruders. Nun wurde die Erdehinabgeschaufelt und die feierlichen Töne bei Ausfüllung einesGrabes folgten darauf. Esther blieb auf den Kuieen liegen, undJsmael stand mit bloßem Haupte daneben, indessen sein Weib einGebet murmelte. Dan» War Alles abgethan.

Am andern Morgen verfolgten die Gespanne und Heerde» desSquatters ihren Weg nach den Niederlassungen. Als fie denGrenzen sich näherten, wo das gesellige Leben beginnt, verlor sichder Zug unter tausend ähnlichen. Obgleich einige von den zahl-reichen Abkömmlingen dieses seltsamen Paares von ihrem gesetzlosenund halb wilden Leben abgebracht ^vurden, hörte man doch niewieder von den Häuptern der Familie selbst.

Dreiunddreißigstes Kapitel.

Von Abschied nichts, denn ich will reiten.

So weit der Boden reicht, zu euren Seiten.

1 Shakspcare.

üüer Weg des Pawnee nach seinem Dorfe wurde durch keinenblutigen Vorfall unterbrochen. Seine Rache war so vollständigals schnell in's Werk gesetzt. Er traf nicht einmal auf einen ein-zelnen Spion der Siour, der etwa ans den Jagdgründen zurückge-blieben wäre, und die ganze Reise Middleton's und der Seinigenwar daher so friedlich, als geschähe sie mitten in den VereinigtenStaaten. Die Märsche wurden übrigens sehr kurz eingerichtetaus Schonung für die Frauen. Kurz, die Sieger schienen nachdiesem Erfolg jede Spur von Wildheit verloren zu haben, und ganzgeneigt, auch den geringsten Forderungen der Weißen nachzngeben,die fich täglich vermehrten, täglich in die Rechte der rothen Leutedes Westens griffen, und sie aus ihrem Zustande stolzer Unabhän-gigkeit in die Lage von Flüchtlingen und irren Wanderern versetzten.