Druckschrift 
4 (1852) Die Prairie : eine Erzählung
Entstehung
Seite
433
Einzelbild herunterladen
 

433

anspielte. Der Redner wartete bescheiden, bis die allgemeine Be-wegung etwas nachgelassen, nnd dann fuhr er mit steigender Kraftund wie heimlich durch ihren Beifall ermuthigt, fort:

Aber die Augen eines jungen Tapfer» find gut. Er kannsehr weit sehen. Er ist ein Luchs. Blicket auf mich. Ich willmich umwenden, daß Ihr mich von Leiden Seiten sehen könnt.Jetzt wißt Ihr, ich bin Ener Freund, denn Ihr seht einen Rücken,den ein Pawnee niemals zu sehen bekommen. Jetzt blickt mir in'SGcficht: nicht in diese Narbe, denn dadurch können Eure Augennie in meinen Geist schanen. Sie ist nur eine Höhlung, die einKonza eindrückte. Aber hier ist eine Oesfnnng, vom Wahcondahselbst gemacht, durch die Ihr bis in die Seele schaut. Was binich? Ein Dahcotah innen und außen. Ihr wißt es. Deßhalbhört mich. Das Blut einer jeden Kreatur in der Prairie ist roth;wer kann den Fleck unterscheiden, wo ein Pawne erschlagen ward,von dem, wo unsere jungen Leute einen Biso» trafen? Er ist vonderselben Farbe. Der Herr des Lebens schuf die Einen und dieAnderen. Er machte sie einander gleich. Aber wird das GraSgrün werden, wo ein bleiches Gesicht erschlagen ist? Meine jungenLeute müsse» nicht denken, jenes Volk sep so zahlreich, daß essich nicht kümmere um einen umgebrachten Krieger. Sie überzählensie oft und sagen: wo sind meine Söhne? Wenn sie Einen ver-missen, werden sic in die Prairie senden, nach ihm zu sehen. Wennsie ihn nicht finden können, werden sie ihren Kriegern sagen, siesotten ihn suchen unter den Siour. Meine Brüder, die Langen-Messer sind keine Thoren. ES ist ein gewaltiger Zauber-Arztihres Volkes jetzt unter uns; wer kann sagen, wie laut seineStimme ist, oder wie lang sein Arm?"

Hier wurde der Redner, der mit mehr Wärme in seinen Gegen-stand -inzudringen schien, kurz von dem ungeduldigen Mahtoreeunterbrochen, der plötzlich anfstand und mit einer Stimme, in derDie Prairie. 3. Ausl. 2 g