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4 (1852) Die Prairie : eine Erzählung
Entstehung
Seite
117
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und glänzender noch, als das Kleid, fielen bald über ihre Schultern,den Hals und die Brust mit ihren Ringeln verhüllend, oder wurdenbald vom Winde weit abgeweht. Die Höhe, ans der sie stand,untersagte jede nähere Prüfung der Züge ihres Gesichtes. Nurso viel war deutlich zu seh'n; sie war jung, bewegte die Lippen,und wurde im Augenblick ihrer unerwarteten Erscheinung mächtigdurch irgend etwas aufgeregt. So überaus jung schien diesesschöne und zarte Wesen, daß man hätte zweifeln können, ob sieschon aus den Kinderschuhen herausgetreten. Die eine kleine undaußerordentlich schon geformte Hand war an ihr Herz gedrückt,während sie mit der andern eine Bewegung machte, als wolle sieJsmael bitten, wenn er in seiner Wuth sortfahre, sie gegen ihreBrust zu wenden.

Die schweigende Verwunderung, womit die Gruppe der Aus-wanderer dieses außerordentliche Schauspiel austaunte, wurde erstdurch Ellen unterbrochen, welche mit allen Zeichen der Angst ausdem Zelte zum Vorschein kam, im Kampfe mit sich, und eben sosehr von der Furcht für sich selbst, als von der Vorstellung, daßihrer Gefährtin eine Gefahr drohen könne, im Zurückbleiben undVortreten geängstigt. Sie sprach, aber ihre Worte wurden vonDenen unten überhört, und von Der, an welche sie gerichtet waren,nicht beachtet. Diese indessen, wie beruhigt durch die Vorstellung,daß sie sich selbst Jsmael als Opfer seiner Rachsucht angeboten,zog sich jetzt ruhig zurück, und der Ort, wo sie kaum gestanden,wurde wieder leer. Bei den Zuschauern unten ließ sie aber einsolches Staunen zurück, daß man hätte glauben können, sic battenwirklich eine überirdische Erscheinung gesehen.

Mehr als eine Minute des allertiefsten Schweigens trat jetztein, während dessen Jsmael's Söhne noch immer in stummer Ver-wunderung nach dem nackten Felsen hinausschauten. Indem Jederso de» Andern ausah, begegnete die Frage der Frage, und so vielergab sich aus dem Ausdruck in Aller Gesichtern, daß die Erscheinung