619
Armen ihres Vaters, daß sie dahin geflogen zn seyn schien. Sieklammerte sich an ihn an nnd drängte ihn augenscheinlich gegenuns her; aber Mr. Warren zog es vor, ein weiseres Benehmeneinzuschlagen, als die Flucht gewesen wäre. Er trug die Ueber-zeugung in sich, daß er nichts gethan oder gesprochen hatte, wasihm nicht von der Pflicht geboten gewesen wäre, und machte des-halb Halt, um sich gegen setne Verfolger 'umzuwenden. DerSchritt, welchen Mary Warren gewagt, hatte den Bewegungenjener gesetzlosen Menschen Einhalt gethan, und das würdevolle Be-nehmen des Geistlichen vervollständigte den Sieg. Die Führer derZusehens blieben stehen, um sich gegenseitig zu berathen, und alle,welche sich von dem Haupthanfen getrennt hatten, kehrten wiederzu ihren Gefährten unter dem Baume zurück, so daß Mr. Warrenund seine bezaubernde Tochter »»belästigt und mit Anstand zn unsnach der Piazza kommen konnten.
In demselben Momente, in welchem Mary Warren auf ihrenVater zueilte, war ich vorgetreten, um ihr unter dem Einflüsseeines unwiderstehlichen Dranges zu folgen. Aber wie plötzlich auchdieser Impuls meinerseits war, kamen mir doch mein Onkel undmeine Grofimntter zuvor, indem der erstere mich an einem Rock-zipfel erwischte und mich mit aller Gewalt zurückhielt, die leichteBerührung der letzteren aber sogar eine noch größere Gewalt übermich übte. Beide machten mir Vorstellungen und hatten dabeiaugenfällig das Recht so sehr auf ihrer Seite, daß ich die Thor-heit, die ich begehen wollte, einsah und mein Vorhaben ausgab.Wäre ich in die Hände der Antirenters gefallen, so hätten sie —wenigstens für den Augenblick — sich eines vollständigen Triumphserfreuen können.
Mr. Warren stieg mit so ruhiger und unveränderter Mienedie Treppe der Piazza heran, als beträte er seine eigene Kirche.Der wackere alte Gentleman hatte in der Schule des Lebens seineGefühle bewältigen gelernt, und da er außerdem gewöhnt war, stets