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26 (1847) Ravensnest, oder die Rothhäute : eine Erzählung
Entstehung
Seite
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meine Bergleichungen anzustellen. Sogar in den großen StädtenAmerika's begegnet man einem gewissen ländlichen Anstrich, denman in den Hauptstädten der alten Welt nicht trifft; dagegen aberist man in Amerika auf dem Lande keineswegs so bäurisch, als injedem anderen Theile der Welt, den ich kennen gelernt habe, mitalleiniger Ausnahme Englands. Natürlich habe ich hiebet nicht dieunmittelbaren Umgebungen sehr großer Städte im Auge, vbschonich wahrhaftig nicht weiß, ob die Bevölkerung von St. Onen,dem Runnymed von Frankreich, welches kaum eine Stunde vonden Mauern des mächtigen Paris entfernt liegt, nicht einen ent-schieden ländlicheren Anblick geboten haben würde, als das, waswir jetzt sahen. In Beziehung auf die Frauenzimmer ist dies we-nigstens eine buchstäbliche Wahrheit, denn man sah kaum eine ein-zige Weibsperson mit jenem Ausdruck der Rohhcit, Unwissenheitund Gemeinheit, der auf eine herabgewürdigte Stellung und aufein Leben voll Mühsal zu deuten Pflegt. Im moralischen Sinnedes Worts war nicht viel Bäurisches zu bemerken; denn die ganzeBevölkerung schien sich in ihren zierlichen, gut erhaltenen Fuhr-werken mit Leichtigkeit zu bewegen. Die behenden Pferde warenWohl genährt, und wenn die Kleidung auch nicht eben viel Ge-schmack verrieth, so mußte sie doch immerhin anständig genanntwerden. So war der Stand der Dinge auf einem verpachtetenGute, unter dem schlimmen Druck eines Grundbesitzers und unterdem Schatten der Aristokratie! Wir unterhielten uns eine Weilemit zwei stämmigen, Wetterbraunen Farmern, die ihr Pferd füreine kurze Strecke im Schritt neben dem unsrigen hcrtrieben, unddas Gespräch kräftigte besser, als alles Andere, den Eindruck, wel-chen die vorerwähnte Thatsache hervorgerufen hatte. Es magdeshalb hier eine Stelle finden:

»Ihr seyd Tscharmans, glaub' ich/' begann der Aeltcre vonden beiden, ein grauköpfiger Pächter auf meinen Gütern, der