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ihren Uebertreibungen, welche stets einen feinen Geschmack und viel-leicht auch einen gebildeten Geist verrätst, indem sie weder einer-seits gegen die Sitte noch andererseits gegen die Selbstachtung undeine züchtige Würdigung der Schönheit verstößt. In der Thatzeichnete sich Eva durch jenes wichtige Merkmal einer gebildetenDame — durch eine einstchtsvoll gewählte Toilette aus, die sichvon aller Ueberspanntheit und Carrikatur fern hielt, indem darinnur auf Bequemlichkeit, Ebenmaß und zierliche Einfachheit Rück-ficht genommen war. Dieß verdankte sie vielleicht großentheilsihrem natürlichen Geschmacke, während der leichte Anflug des Mo-dischen und der hohe Ton einer Dame von Welt, welche sich inihrer Person und Haltung bemerklich machten, Frücht- eines ver-trauten Verkehrs mit der besten Gesellschaft waren, welche dieHälfte der europäischen Hauptstädte bieten konnte. Die jedemunverheirathetcn Frauenzimmer ziemende Bescheidenheit und die Ge-bräuche eines WelttheilS, in welchem sie so lange geweilt, hatten siein Bereinigung mit ihrem eigenen AnstandSgesühle die Würde eineseinfachen Auftreten« kennen gelehrt, obschon unter dieser schmucklo-sen Hülle unwillkührlich höhere Eigenschaften durchleuchteten. Diekleine Hand, der schöne, fein gebaute Fuß, der nur gelegentlich unterden Falten ihres Gewandes zum Vorschein kam — Beides schienausdrücklich dazu geschaffen zu seyn, um die Anordnungen eines injeder Weise weiblich zarten und gewinnenden Geschmackes zu heben.
„ES gehört mit unter die geheimnißvollen, großartigen Planeder Vorsehung," sagte John Effingham abgebrochen, „daß es Men-schen in so himmelweit verschiedenen Lagen geben kann, währenddoch eine gemeinsame Natur zu Grund liegt, obschon sie so bildsamist, daß sie durch die Umstände den mannigfaltigsten Wechsel erlei-det. ES gereicht dem Menschen fast zur Demüthigung, sich alsMenschen zu sehen, wenn er Geschöpfe, wie diese Beduinen, zu sei-nes Gleichen rechnen soll."
„Ungeachtet Eurer Abneigung gegen diese Blutsverwandtschaft,Die Heimkcbr. 3t