Ueberraschung zu nehmen. Da die Ereignisse, welche zunächst folg-ten, mit der Politik und der scheinbaren Friedensliebe, welche dieBarbaren in der Nähe des Wracks an den Tag gelegt hatten, inengem Zusammenhänge standen, so wird es paffend sehn, hier aus-einander zu setzen, wie sich der Stand der Dinge unter diesen Kin-dern der Wüste verhielt und was sie bewog, Kapitän Truck nichtanzugreifen.
Der Däne war, wie man auf dem Montauk ganz richtig an-genommen hatte, in der letzten Bö auf den Strand getrieben unddie Mannschaft unmittelbar darauf von einem der kleinen Beduinen-haufen, welche stets unmittelbar nach einem Sturme an der Küsteumherzustreifen pflegen, gefangen genommen worden. Außer Stande,von der Ladung viel fortzuschaffen, hatten diese Räuber nur dieGefangenen in Sicherheit gebracht und waren sodann nach einerOase im Binnenlande geeilt, um ihren Freunden die wichtige Nach-richt mitzutheilen; zugleich aber ließen sie Kundschafter am Ufer, umalsbald Bericht zu erhalten, wenn wieder ein ähnliches Unglück statt-fand oder in der Lage ihrer gegenwärtigen Prise ein Wechsel ein-trat. Diese Kundschafter hatten den Montauk entdeckt, wie er ver-krüppelt und ohne Masten längs der Küste hintrifftete, und ihn biszu seinem Ankern innerhalb des Riffes nicht außer Augen gelassen.Auch die Abfahrt der Boote war nicht unbemerkt geblieben, undobgleich die Späher nicht wissen konnten, wohin eigentlich dieserAusflug abzielte, so fanden sie doch bald, daß das Ziel in nichtsAnderem, als in dem Wracke bestand. Alles dies war natürlichden Häuptlingen der verschiedenen Haufen, welche in der Nähe derKüste lagen, mitgetheilt worden, und mehrere derselben hatten denEntschluß gefaßt, zur Wegnahme des zweiten Schiffs ihre Streit-kräfte zu vereinigen und dann die Beute zu theilen.
Als Morgens die Beduinen an der Küste in der Nähe desWracks anlangten, begriffen die Aeltcsten unter ihnen leicht, aufwas eS bei dem Zug der Boote abgesehen war, und nachdem sie