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Studien zur Kritik der Moderne
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L i 11 e r a t u r.

der er sich entschliesst, gelingt ihm. Aber er drücktin allen diesen Formen nichts aus; er weiss mit ihnennichts zu sagen. Er ist ganz nur Form, ohne Inhalt,gleichgiltig gegen die tausend Sorgen, Begierden undHoffnungen der Zeit, gegen ihren Zorn und ihre Liehe,gegen ihre Verhältnisse zur Welt. Er ist nichts als derunvergleichliche Hindernisskiinstler, der nur auf eine rechtcapriciöse und störrische Form aufsitzen, ihren Widerstandbezwingen und recht zierlich die halsbrecherischestenKunststücke verrichten will. Alles Andere ist ihmgleich. Ich meine, gerade die deutsche Litteratur, inder das grosse Wollen mit dem kleinen Können unddie faulen, unbeholfenen, vom Himmel gefallenen Geniesschon so viel Unheil gestiftet haben, kann sich zurAbwechslung schon einmal einen solchen Akrobaten desStiles gefallen lassen. Nur auf jede tiefere Wirkungseiner Werke wird er freilich verzichten müssen. Eswird Atelierkunst und Litteratenlitteratur bleiben: dievom Fache lernen viel daraus, aber die Laien schüttelnbloss ärgerlich die Köpfe.

Unter den Schülern des Arno Holz ist, neben seinemtreuen Freunde und Mitarbeiter Johannes Schlaf,*)der ähnlich veranlagt scheint, aber in seinem letztenWerke, einem Bändchen ganz allerliebster Stimmungs-skizzen, auf einmal einen neuen Ton angeschlagenhat, auf den ich in anderem Zusammenhänge nochzurückkomme, nur einer noch nennenswerth. Nichtals ob er die Formel des Holz irgendwie vertieft oderbereichert hätte er copirte sie bloss. Auch nicht,als ob er in ihr wenigstens seine besondere Natur aus-gedrückt und sie so mit neuem Leben gefüllt hättein seinen Werken ist nichts Eigenes, sie sind durchausnach fremden Mustern empfunden. Aber weil er unterden Naturalisten der Deutschen der Einzige ist, der

*)Tn Dingsda. Boi S. Fischer in Berlin. Die anderenWerke mit Holz zusammen.