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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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Nachlese

Erscheinungen hervorgebracht, die kaum Jemand ver-muthete, die noch jetzt der größere Theil verworrenoder schreckhaft anstaunet, in deren trüben Dämme-rung aber jeder Wohlgesinnte eine Aurora der Zu-kunft hoffet oder wünschet.

Eine Aurora: denn was nützte ein panischesSchreckengeschrey, das die Sinne verwirret und denMuth entkräftet? Dem Wandrer in der Nacht istder erste Strahl der Morgenrvthe ein Bote der Hoff-nung, ein angenehmer Gefährte. Den Griechen warEos (die Morgenrvthe) eine freundliche Himmels-tochter; mit Rosensingern hebt sie den Schleyer derNacht auf und verjagt Schrecken und Traume. Sieverkündiget und giebt Licht; sie erweckt und belebet.

Guercino und Guido, beyde Künstler vongroßen Eigenschaften, mahlten das Bild der Aurora;jeder aber in seinem Geist, mit seinen Farben.So ist auch nicht leicht jemand, der sich in der Zu-kunft nicht etwas Eignes denke, etwas Eignes er-warte. Das freye Spiel dieser Vorstellungsarten zubelauschen, den Traum angenehmer Hoffnungen aufsichere Resultate des Verstandes zurückzuführcn, zuzeigen, wo wir sind? wohin wir streben? welche Hin-dernisse , welcher Wahn oder welche Wahrheit unsvorliegen? und uns dabey nur zum Edelsten, zumBesten aufzumuntern; dies ist die Absicht unsrerAurora.

Freudig tritt sie ihren Weg an; kein angenehm-nützlicher Gegenstand, keine Art gefälliger Einkleidungwird ihrem Geschäft fremde scyn; einzig nur die po-litische Orakel, und Zaubertracht wird davonausgeschlossen bleiben.