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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 12 (1821) Früchte aus den sogenannt goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrkunderts
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96 Früchte aus den sogenannt-

Von Orient und Griechenland aus war alsodas Gebiet der Mährchen von großem Umfange; esrheilte sich bald in die verschiedensten Felder. Dieruhigen Morgenländer ließen und lassen sich gernerzählen; ihr Klima, ihre Lebensweise, ihre Neigungfürs Wunderbare, ihre unbequeme Schrift und andreUrsachen begünstigten das lebendige Erzählen;die Geschichte selbst, zuweilen eine unlängst gesche-hene Geschichte ward daher im Geist und Mundeder Morgenländer selbst Mährchen. Denn muß esnicht jede mündlich foctgepflanzte, oft erzählte Sagebald werden? Jeder Erzählende setzt zu und läßtaus, er verstärkt Umstände, ec schmückt und hebt,legt dort und hier seinen Sinn, seinen Charak-ter hinein; er ründet. Nun walze sich die SageZeiten hinab von Mund zu Mund, von Geschlechtzu Geschlechts; was kann der Morgenländer andershaben, als was er bat, Genealogieen und Mähr-chen? Der Bau seiner Sprache, seine Sitten undGebräuche, oft die Namen der Personen und Sa-chen selbst sind dazu eingerichtet. Auch sind die mor-genländischen großentheils die wahren, geniali-schen Mährchen, aus der lebendigen Welt, wieein Traum der Phantasie genommen, dem Ohr desHörenden angemessen, frey vom Büchcrstaube sowohlals von zu feinen Spekulationen. Sie gehen ihrengroßen Schritt zwischen Himmel und Erde.

Die Griechen gaben dem kosmogontschen sowohlals dem genealogischen Götter- und Heldenmährchenden Gang und Klang des Epos; aus keiner andernUrsache ward der Hexameter ihr Sylbenmaas, alsweil er, ihrer Sprache natürlich, die verschiedensten,die freyesten Erzählungsweisen zuläßt. Das griechi-sche