172 Herders Gedichte.
Lieber, Horst du nicht mein Klagen?
Komm, 0 Tod, und nimm mich hin! "
Es kam der Tod und stcllcte sich hin:Der Greis, erschrocken, änderteDer Worte Sinn:
„Ach, so hörtest du mein Klagen?
„Sieh', die Bürde muß ich tragen;
„Lieber Tod, drum hilf mir heben,
„Hilf mir; süß ist doch das Leben! —„Nimmst mich früh genug doch hin! —"Es half ihm auf der Tod, und gienz^till seines Weges hin-
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Und rufet man nur so den Tod?
Ruft man nicht täglich also Gott?
Jzt will man dies, izt das im lieben Lebenslauf,Und er hilft immer auf.
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Du holest, liebe Nachtigall,
So lief aus Herzens GrundeDen süßen Lieb - und Lobesfchall;
Und ich mit Herz und MundeBin früh und spat und weit und breitStumm allezeit.
Du schwingest, liebe Lerche, dichSo fröhlich