49g VIII. Deutsche Lieder.
Wie ist die Welt so stille,
Und in der Dämmrung HülleSo traulich und so hold!
Als eine stille Kammer,
Wo ihr des Tages JammerVerschlafen und vergessen sollt.
Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen,
Und ist doch rund und schön.
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
Weil unsre Augen sie nicht sehn.
Wir stolze MenschenkinderSind eitel arme Sünder,
Und wissen gar nicht viel;
Wir spinnen Lustgesvinnste,
Und suchen viele Künste,
Und kommen weiter von dem Ziel.
Gott, laß uns dein Heil schauen,
Auf nichts Vergänglichs trauen,
Nicht Eitelkeit rurs freun!
Laß uns einfältig werden,
Und vor der bier auf Erden
Wie Kinder fromm und fröhlich sehn.