Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 8 (1821) Stimmen der Völker in Liedern
Entstehung
Seite
357
Einzelbild herunterladen
 

Drittes Buch.

357

Ist es wahr, so sprich mic's immer.Täusche länger nicht mein Ach,

Schweige mir nicht, waS ja jederWeis und andern lispelt nach!"

Tief crseufzt das fchuld'ge Mädchen,Thränen strömen sanft ihr ab:

Leider wahr, zu wach- , mein Li.-bcr!Hier ist unsrer Liebe Grab!

Unsre Freundschaft ist verrathen,

Unser Bund ist schon bekannt;

Alle meine Freunde wüthen,

All das Haus ist Sturm und Brand.

Drohen, Schelten, Fluch ist um mich,Vaters Strenge bricht mein Herz.

Ich muß fort, 0 edler Jüngling,

Alla weiß mit welchem Schmerz!.

Alte Feindes-Wunden trenntenLange dein und unser Haus;

Wie denn, daß dein' edle TugendAllen Haß mir löschte aus.

Wohl ach! weißt du, wie ich zärtlich.

Frei von jener Stolz und Groll,

Liebte dich, ob ich vom VaterGleich dich nimmer hoffte wohl..

Wohl ach! weißt du, wie so grausamMeinv Mutter mir verfuhr,

Was ich ausstand, dich zu sehenAbend und Frühmorgens nur.