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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 8 (1821) Stimmen der Völker in Liedern
Entstehung
Seite
327
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Drittes Buch.

„Erbarm' dich, rief das holde Kind,Doch meiner Jugend zart!

Mit solchem strengen TodcsgiftStraf', ach! mich nicht so hart.

Ich will aus dieser SündenweltWo in ein Kloster flichn,

Will, wenn du's foderst, fern verbanntDie weite Welt durchziehn.

Und für die Schuld, die ich verbrach,

Ob nur aus Zwang verbrach,

Straf', ach! mich wie du willt, nur laßDie Todesstrafe nach."

Und mit den Worten rang sie oftUnd viel die Lilienhand,

Und längs das schöne AngesichtKam Thranenstrom gerannt.

Doch nichts, ach nichts! besänftigteDie Wuth der Mörderin;

Sie stieß, noch kniend stieß sie ihrDen Becher Gift dahin.

Zu trinken aus das TodcsgiftNahm sie es in die Hand,

Erhob ihr tiefgebeugtes KnieNoch zitternd auf, und stand;

Und schlug die Augen himmelwärts,

Und fleht' um Gnade — ach!