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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 8 (1821) Stimmen der Völker in Liedern
Entstehung
Seite
219
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Zweites Buch.

21I

24 ,

Lied eines Gefangenen.

Spanisch.

Wohl ist nun der schöne Maimond,Da die Lüftchen wehn im Thal,

Da die Lerche lieblich singet,

Lieblich singt die Nachtigall.

Da sich Treugeliebte wiederNeu dem Dienst der Liebe wcihn;

Und ich Armer sitz' im Kerker,

Sitze traurig und allein.

Weiß nicht, wenn es draußen taget,Weiß nicht, wenn die Nacht bricht an;Einst noch kam ein Vöglein droben,

Und sang mir den Morgen an.

Aber ach! ein böser SchützeSchoß es lohn' ihm Gott dafür lAch, die Haare meines HauptesReichen fast zur Ferse mir.

Und die Haare meines KinnesKönnten wohl wein Tischtuch scyn,

Und die Nagel meiner FingerMir ein scharfes Messer scyn.