Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 8 (1821) Stimmen der Völker in Liedern
Entstehung
Seite
158
Einzelbild herunterladen
 

i53 IV. Lieder aus dem hohen Nord.

Da ringsum die Führet alle faßen,

Faßt er mit der Hand den goldnen Becher,

Und spricht weinend also: Trinken will ichNicht des Czars Gesundheit, nicht des Kaisers;Meines undankbaren Schwiegersohnes

Milos, der mich zu verrathen denket."--

Milos schwur ihm bei dem höchsten Gotte,

Daß Verrath im nie ins Herz gekommen,Sprang voll Schmerz auf seine tapfertt Füße>Barg sich ein in seine weißen Zelte,

Und vergoß da einen Strom von ThraneNBis um Mitternacht. Da hob er auf sich,

Rief zu Hülfe sich den Gott vom Himmel.

Morgen graüie und der Stern des MorgensZeigt sein Helles Antlitz. Da legt MilosRüstung an sein Pferd uttd zu den Türken!Spricht zu Sultans Wache!führet schnell michIn das Zelt von eurem Czar; ich komme,

Ihm das Heer von Servien und den KönigLebend in die Hand zu geben."

Und es

Glaubete die Wache Milos Worten,

Führte ihn zutn Sultan. Milos beugetSeine Knie« auf die schwarze Erde,

Küßt dem Ezar die Rechte und den Mantel;Und ein Messer halt' er fertig, stach esAmucath in seine Brust. ' Der Stich gingIhm ins Herz. Er zieht den Säbel, wüthetSchrecklich unter Bascha's und VistreN.