II. Das Roscnthal.
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Der gute Mann und der Sünder.
Gehet der gütige Mann dem Sünder vorüber; er
gehet
Schonend vorüber, und deckt seine Gebrechen
nicht auf.
„Hab' ich gefehlet, warum willt du auch, Heiliger,
fehlen?
Daß du mich stolz und kalt, wie ein Ungütiger,
schmähst."
Die Lüge.
Jnl Unmuth hieß ein König AugenblicksDen Sklaven tödten, der ihm mißgesiel.
Beraubet aller Hoffnung, stieß verzweifelndDer Arme Lastrung aus. So greifet der,
Der nicht entfliehn kann, selbst ins scharfe Schwert.
„Was spricht er?" fragt der König. „Herr, er spricht:(antwortet ein verständger Mann am Thron)
Das Paradies ist derer, die den ZornBezähmen, und dem Sterblichen verzcihn!"
„Sv sey ihm dann verziehen I" sprach der Fürst.
„Nicht also!" siel ein Höfling ein. MonarchenMuß man die Wahrheit sagen. „Herr! er schalt!"
„Und hakt' er auch gescholten! sprach der König.
Die Lüge dieses guten Mannes warMir nützlicher, als deine Wahrheit. SieBesänftigte mein Herz; du bringst es auf."
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