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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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31
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Dichtungen aus der morgenländ: Sage. 3r

Henoch kannte ihn: es war ein Schwan deSParadieses, den er einst in seiner Kindheit gesehenund geiiebrk hatte. Eine Feder war seiner Schwingeentfallen; er nahm die Feder und schrieb damit sei-ne Bücher der Zukunft.

Und als er lange, jedoch vergeblich seine Brü-der gewarnet hatte und das Licht in ihm an seinenOrt hinaufzusteigen begehrte, da nahm er seinenSohn zu sich und sprach:die Tage meines Lebenssind zu Ende, dreihundert fünf und sechzig kurzeTage. Vielleicht daß dir, mein Sohn, der Gütigeden Rest von meinen Jahren zu deinen Jahrenzählt.

Er sprachs und segnete ihn; da waren um ihnund hoben ihn sanft empor die Schwane des Para-dieses. Auf ihren Flügeln trugen sic ihn hinaufund Henoch war nicht mehr.

Und als fein Sohn Methusalah ihn vergebensin den Wolken des heiligen Berges suchte, standvor ihm ein Mann in glänzender Gestalt.

Ich war der Engel deines Varers, sprach er,der ihn erzog und schon als Kind zum Paradieseführte. Dort ist er jetzt; er hat viele Jahre gelebt:denn er ist bald vollkommen worden. Darum gefieler Gott und war ihm lieb und ward hinweggcnom-mcn aus dem Leben."

Er sprachs und rührete die Erde mit seinemStabe an; da stand ein blühender Mandelbaum,der frühe Bote des Frühlings. Noch ehe seineBlatter sprossen, mit nackten Zweigen treibet erBlüthcn hervor und verkündigt die fröhliche Zeit.