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I. Blätter der Vorzeit.
Der Vogel unsterblicher Wahrheit.
In Mitte des Paradieses standen die wunder-barsten Baume der Welt, der Baum der Erkrnnt-niß und der Baum des Lebens. Von diesem zu
essen, war den Menschen erlaubt; von jenem zukosten war ihnen, um ihrer Kindheit willen, verbo-ten. Der einzige Phönix, damals noch der Kö-nig des ganzen gefiederten Reichs, Er nur nistete indiesen Zweigen und aß von ihnen unsterbliche Göt-terspeise.
Als Eva lüstern zum Baum der Erkenntnißtrat und kosten wollte; da war's, als furchtbar aufdem Baum der geflügelte Zeuge der Wahrheit seineStimme erhob und also sprach: „Betrogne, wo ir-rest du hin? was zu erblicken, öffnest du die Augen?Dich nackt zu sehen, wirst du weise; dich arm zufühlen, willst du Göttin werden!" —
Aber Eva's Blick hing an der tauschendenFrucht und am listigen Verführer; sic übertrat desHerrn Gebot und hörte des weissagenden VogelsStimme nicht.
Als über alle Geschöpfe des Paradieses der Todkam, sonderte Gott den treuen Vogel aus, fortanauf ewige Zeit ein Zeuge der Wahrheit. Zwar mußteauch Er mit allen Lebendigen den Sitz der Unschuldraumen: König der Vögel, die jetzt einander bekrieg-ten, wollte er seihst nicht mehr seyn; seinen einstglücklichen, ruyigesss'Thron nahm ein Raubvogel ein,