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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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Erste Vorrede.

Das alte Testament ist bey ihnen das Buch derBücher; alle Lehre, alle Weisheit muß demselbenirgendwo angefügt, aus ihm, wo möglich, herge-lcitet werden. Nothwendig mußte dies den scharfsin-nigen Köpfen des Volks einen engen, zu engen Kreisgeben. Man setzte hinter den Text der Bibel, wasunstreitig besser allein gestanden hatte: man kleidetein ein Bild, in eine Parabel, was lieber eine sreyeDichtung werden mochte; man sähe sich endlich ge-nöthigt, nach vielen Proben der Weisen voriger ZeitArten der 'Auslegung fcstzusetzen, die eigentlichgar keine Auslegung, sondern Anwendung, sreyeDichtung mit Worten oder nur bey Gele-genheit Eines Worts des biblischen Texts wa-ren, deren höchste Schönheit also natürlich dahinging, mit Worten der Bibel etwas ganz ande-res zu sagen, als der ursprüngliche Sinn war;etwas Neues, unerwartet Scharfsinniges und Schö-nes. Lehrer und Schüler wetteiferten hierüber; unddie Sache ist jedem bekannt, der nur Einen Bibel-Cemmentar dieses Volks, Eine Sammlung ihrerSprüche, Dichtungen und Fabeln geschn, oder auchnur die Regeln ber Auslegung und Erweiterungdes Worts ihrer Vater, die sie selbst geben, gelesen.

Aber nun, was hatte diese Dichkungsart, dieseEinkleidung und Ankcftung scharfsinniger Gedankenan die Sprache der Bibel was hatte sie für einSchick.al, da sie in die Hanse andrer Nationen siel,die dies alles jur eigentliche Auslegung des