Druckschrift 
3 (1853)
Entstehung
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den Kranken zu verlassen und einmal wendete er sichwieder um und sang mit geschlossenen Augen:

Weil Scheiden bitter istUnd 's lieben süß ...

Gegen Morgen that er einen mächtigen Schrei,die Frau sprang von dem Stuhle, auf dem sie einge-schlafen war, und in den Armen seiner Moni starbBrosi.

Es war am Freitagmorgen, am Tage HimmelfahrtMariä, als Brosi starb und als der Uribasche dieTodtenglocke läutete, betete ein Jedes still im Dorfe,jedes wußte, wer verschieden war.

Erst am Montag Morgen wurde Brosi begraben,man hatte nach den Söhnen geschrieben und sie kamenund gingen hinter seiner Leiche. Auf dem Sarge lagHammer und Kelle und der Maßstab, der Brosi alsStütze gedient. Die polizeiliche Ordnung duldete esnicht, daß man den Wunsch des Verstorbenen erfüllte,und ihm Tanzmusik zu seinem Leichenbegängnisse auf-spielte, aber weil Brosi Gemeindcrath gewesen war,wurden eine Stunde lang in dreimaligen Absätzen alleGlocken geläutet. Es war ein Heller Sommermorgenvoll Lerchensang und Sonnenschein und so weit mandie Glocken in den Bergen vernahm, standen die Wald-arbeiter still, legten die Aerte hin und beteten für den,den man begrub, ein Vaterunser, und wer mit Ge-nossen arbeitete sprach mit ihnen davon, wie gerneein Jedes dem Brosi die letzte Ehre erwiesen hätte,daß man aber keines Taglohnes ermangeln könne.

Nur noch dreimal war Moni in der Kirche als