Fünftes Kapitel.
Man redet so lang von der Kirchweih bis sie endlichda ist, das ist eines der unbestreitbarsten Sprüchwörterund es bewährte sich auch in Haldcnbrunn.
Im dichten undurchdringlichen Morgenncbel, denman nach dem Ausspruche Vieler fast mit Löffeln essenkönnte, krachten die Böllerschüsse und ertönten zumerstenmal die Kirchenglocken von Haldenbrunn allesammtund so hell und wundersam von unsichtbarer Höhe, daßAlles auf die Straße rannte und eins dem andernzuricf, doch auch hinzuhorchen wie schön das klinge,solch ein Geläute habe keine Gemeinde landauf undlandab und eines bestärkte das andere in der zuver-sichtlichen Hoffnung daß der Nebel fallen und ein HellerTag darüber erscheinen werde.
Brosi ging beim ersten Geläute nach dem Hauseseiner Monika, er hatte unwillkürlich die Hände gefaltetund seine Lippen bewegten sich, denn er sprach vor sich:„Guter Gott, gieb, daß diese Glocken uns nurStunden des Glücks und der Freude ankündigen."
Als das Gesammtgeläute vorüber war, tönten nochdrei einzelne Glockcnschläge nach als sprächen sie drei-