schmerzte, Lebewohl sagen. Der in Diethelm ertödteteHaß gegen die Welt setzte sich nun in Franz fest.
Diethelm gestand im ersten Verhöre seine ganzeThat mit allen ihren wechselnden Stimmungen bis indie Einzelumstände hinein, aber manchmal sprach erdoch verworrene Worte, über die er jedoch bald wiederhinwegkam. Er klagte jämmerlich über die unvertilg-bare Kellerkälte, die ihn so sehr plage und verlangteden rothausgeschlagenen Rock Medard's, der ihm alleinwarm machen könne und in dem er zum Nichtplatzegehen wolle.
Die scheinbare Geistesverwirrung Diethelms löstesich wieder. Er verzichtete ausdrücklich auf die Ver-handlung vor dem Schwurgerichte, wurde aber, dadieser Theil der Grundrechte noch bestand, nicht zumTode sondern zu lebenslänglichem Zuchthaus verurtheilt.
Im Zuchthause zu M. saß drei Jahre ein zusammengeschnurrtes Männchen dürr und gebeugt, das immerfror und sich die Hände rieb und mit den Zähnenklapperte; es war schwer in diesem Männchen deneinstigen stattlichen Diethelm wieder zu erkennen.Dumpf und lautlos verhielt sich der Sträfling undnur manchmal bat er mit aufgehobenen Händen umdie Gnade, Holz hacken zu dürfen, da diese Arbeitallein ihn vom Froste erlöse. Erst nach drei Jahrendes Wohlverhaltens wurde ihm diese Gnade gewährtund nachdem er die ersten Splitter von den zähenBaumstümpfen gelöst und die Keile eingetrieben hatte,fuhr er sich mit der Hand über die Stirne und be-trachtete frohlockend die Schweißtropfen, die er abge-