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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
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398
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II. Antiquarische Aufsätze.

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Ein Morgenländer würde ihr zu diesem Zweckden Becher der Verwirrung in die Hand gegeben ha-ben, mit dem sie die Seele de? ^lnmasundcn in Tau-mel oder Schlaftrunkenheit senket; der Grieche bliebbei den Symbolen der Gerechtigkeit und des Glücks,dem Rade, dem Zügel, dem Maas, der Waage;und so ward Nemesis auch in ihren strengesten Be-schäftigungen eine Wohlthätcrin fürs Ganzeder Menschheit. Indem sie die wilden Roßedes Uebermütklgen mit fester Hand bezügelt, nttetsic den Unglücklichen, der unter den Fußtritten der-selben zerknickt da lag. Indem sie das Rad des Glücksmir leisem Fuß, oder die Waage des Schicksals mitleisem Finger ändert, kommt eine neue Gestalt derDinge zur Ansicht, die ein billigeres Gleichgewichtzechet. So führt jedes Attribut der Nemesis aufjene ewigen Wahrheiten Zurück, die uns der Welt-lauf lehret.

Des Glückes 'große Gaben haben am meisten auchDas Glück zu fürchten. Ein weithin glänzend LoosLockt ferne Gefahr auf sich; im Gebiet der Sterbli-chen

Ist nichts, was hoch ist, sicher: entweder nagtDie Zeit es nieder oder der Menschen Neid,

Sobald cs je zum Gipfel der Blüte kam.

Gemäßigt Glück ist immer das Sicherste,

Da weder im dunkeln, tiefen Staube du liegst,Noch auf der Höh' der Wolken schwindelnd hängst.Wer niedrig fallet, verbirgt den Schaden leicht,Was hoch her stürzet, stürzet mit ^ ,werem Fall t