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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
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396
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II. Antiquarische Aufsätze.

Wechselungen des Schicksals, gegen welche der Menschdie wahre Ephemere auf Erden, nichts vermag, dasMeiste aus ihm selbst beruhe, und er also diekleinere Waage seines Schicksals überall mit sich füh-re. Nüchterne Mäßigung des Gemüths war ihnendie Zunge dieser Waage und indem sie jene nothwen-digcn Abwechselungen des Glücks oft und viel be-merkten , unterließen sic nie, dem Sterblichen dasSteuerruder in die Hand zu geben, mit dem er seinzerbrechliches Schiff auch durch die wildesten Wellenlenken konnte.

Alles nimm von den Göttern an. Gar oftErheben im Unglück sie den Gesunkenen, derAus schwarzer Erde liegt, oft fälle» sie auchDen Mann, der am festesten, stehc und werfen ihnrücklings um:

Dann kommt ihm Böses auf Böses : er irrt umher,Ein Elend-Armer; der Muth ist ihm zerknickt.

Nie sag" ein Mensch, was werden wird,

Noch den er sieht, wie lang er leben werde;

Die flügelschwingendc MückeVerändert so schnell sich nicht, wie der MenschenGlück.

Alles im Menschenleben hebt und beugt die Zeit;Doch lieben die Götter stets den weisen, nüchternenSinn

pnd hassen den Uebermuth.