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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
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394
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II. Antiquarische Aussätze.

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dcn mischt: so wird cs dcr schärfste Punktihrer U c th ei lswaa ge. Dies ist die guteNemesis, die kalt und gleichgültig blickt; aberauch geschont oder versöhnt werden muß: denn sie isteine unbcstochcne Richterin der Tugend und Wahr-heit.

Und wie versöhnt man sic am würdigsten?Nicht anders, als daß man sie selbst zur Aufseherinseines Glücks und seiner Sitten macht; siehe da dieGöttin mit Maas und Zaum, die denschwarzen Neid h i u w e g t r c i b t. Sie ver-treibt ihn dadurch, daß sic allen beleidigenden Ucber-muth hasset und die Anmaßungen der Menschen mitehernem Zügel bändigt: so allein wird die böse Ne-mesis von der guten besieget.

Weises, lehrendes Bild! Denn in unscrw gan-zen Leben, was ist uns schwerer zu lernen als Maasim Glück? Dcn Unglücklichen beugt die Noch, odersie spornt ihn mit ihrem ehernen Sporne: ihm se-tzen sich so viel Hindernisse entgegen, daß er eherAufmunterung b.dars, damit er sich selbst nicht ver-liere und im Staube zu Staube werde. Dem Glück-lichen aber, dem Alles gelingt, dem Alle Windeschmeicheln; was halt Ihn ein,, damit sein Muchnicht Ucbermuth werde? Keiner, als die innereNemesis seiner Gedanken; er muß sich selbstzügeln lernen, auch wenn Hoffnung seine Schrittebeflügelt. Selbst in der gerechtesten Freude soll mannicht groß thun: auch auf dcr rühmlichsten Bahnsoll uns ein Ziel verstehn, jenscit welchem wir dcnLaus nicht verfolgen.