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1. Vom Erkennen und Empfinden
und Canäle gefunden; man verfolge diese Verschie-denheit durch ein ganzes Menschengebäude, bis zujedem kleinen Rade, jedem Reitz und Dufte des gei-stigen Lebenssrromcs — welche Unendlichkeit, wel-cher Abgrund ! Ein Meer von Tiefen, wo Welleüber Welle sich regen, und wo alle Abstraktionenvon Achnlichkeil, Elasse, allgemeiner Ordnung nurbreterne Wände des Bedürfnisses oder bunte Karten-häuser zum Spiel sind.
Hätte ein einzelner Mensch nun die Aufrichtig-keit und Treue, sich selbst zu zeichnen, ganz,wie er sich kennet und fühlet: hätte er Mukhs ge-
nug, in den tiefen Abgrund Platonischer Erinnerunghinein zu schauen, und sich nichts zu verschweigen:Muth genug, sich durch seinen ganzen belebten Bau,durch sein ganzes Leben zu verfolgen, mit allem,was ibm jeder Zeigefinger auf sein inneres Ich zu-winket; welche lebendige Physiognomik würde darauswerden, ohne Zweifel tiefer, als aus dem Umrißvon Stirn und Nase. Kein Theil, glaube ich, keinGlied wäre ohne Beytrag und Deutung. Er wür-de uns sagen können: ,,hicr schlägt das Herz matt:„hier ist die Brust platt und ungcwölbet: dort der
„Arm kraftlos: hier keucht die Lunge, dort dumpft„der Geruch: hier fehlt lebendiger Athem, Gesicht,„Ohr dämmert — der Körper dictirt mir hier schwach„und verworren; so muß also auch hie oder da meine„Seel- schreiben. Das fehlt mir; da ich jenes, und„aus solchem Grunde, habe." — Verfolgte der treueGeschichtschreiber sein selbst, dieß sodann durch alleFolgen, zeigte, daß kein Mangel und keine Kraft anEinem Ort bleibe, sondern fortwirke, und daß die