des Menschengeschlechts. 27S
Und als Mnemomik! als Mnemomik inSchrift, Sprache und allen Wissenschaften — washat in der Geschichte des dürftigen menschlichen Gei-stes mehr Verdienst, als diese Symbole! Wer kann»te vergessen? wer mußte nicht rückrufen? alle See-lenkräfte wurden beschäftigt! Der versuchende mensch-liche Geist auf dem großen wilden Meere des Uni-versum — er hielt sich als an Kompaß, als an Zir-kel und Lineal, an dieser so ein- und vielfachen Sym-bole. Man lese, was Plato jenen König Thamusüber die Erfindung der Buchstaben in Aegypten spre-chen läßt, und man wird, obwohl von einer andernSeite, das wichtige Kunststück sehen.
Auch mochte ich die berühmte und so unendlichanigmatisirte Stelle Petrons, was die ägyptische Ma-lerei durch diese kühne cornxsnäiarisrn, die Buch-stabenschrift, verloren habe? hieher deuten, wenn dieVerbindung einigermaßen dahin wiese. Doch werhat sich von allen, die ebenfalls so kühn die Stelleausgelegt, denn um diesen kleinen Umstand „Ver-bindung" bekümmert? und was ist in Petron Ver-bindung ?
Wie dem aber auch sey : Mann, der zuerst Sym-bolik deutlicher Gedanken schuf, der Schriftund Sprache verband, und sie so frühe, inder Urzeit der menschlichen Bildung, verband, daßsie sich wie Zwillinge an den Brüsten Einer Mut-ter und auf den weiten Auen Einerlei und so viel-facher Kenntnisse von jeher ewig zusammcnbildenmußten: großer Mann, rufe ich mit Plato, du warstein göttlicher oder ein Gott!
Herders Werke». Ret. u. Theot. V.
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