V.
Tagwerke«
Longin bewunderte das „Gott sprach und esward!" aber warum hat Gott nicht immer fürLongin so erhaben gesprochen? Warum nicht dieganze Schöpfung mit einem Gedanken?
Sechs ganze Tage, daß Gott wie einWerkmann arbeitet, sich ermüdet, beschaut, tastet,muß endlich gar ruhen, und die Ruhe schmeckt demErmatteten so süß, daß er sie in einem Freudenan-fall verewigt — wie sehr hat man sich über dasunwürdige, unmetaphysische Zeitmaaß mit meta-physischer Strenge gegleichsamt.
Und doch ists kein Gleichsam! nach Gangund Sinn offenbar Absicht! Hauptabsicht! JedesTagewerk und Tagesschluß: jede Art des Werkan-griffs „Gott machte!" der Namennennung, Unter-scheidung, Ansicht, Künstlerfreude offenbar Haup t«Merkmale: jedes ruhige Athemholen zwischen,die letzte Hauptpause nach der Arbeit, das alles aufRuhetag des Werkmanns hinaus lauft —