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»Sein höchster Vorzug, der ihn zum Herrn der Erde erhebt— i» einer Beziehung allerdings — ja; im Ganzen genommenaber doch nur ein Punkt in dem Umfange des Weltraums — einBruchstück von dem Geiste Gottes. In diesem Sinne wurde ernach dem Ebenbilde seines Schöpfers gebildet."
„So glaubst du also eigentlich, Ghita, der Mensch selbst seiGott?"
„Raonl, Raonl! wenn du mich nicht neben dir sterben sehenwillst, so lege meine Worte nicht ans diese Art ans."
„Wäre cs denn so hart, Ghita, das Leben in meiner Gesell-schaft zu verlassen? Mir erschiene es als das höchste Glück, wennich meinen Platz mit dem deinigen vertauschen könnte!"
„Um zu gehen — wohin? Hast du dich auch schon darüberbefragt, mein Geliebter?"
Raonl schwieg eine Zeitlang; seine Angen waren ans einenglänzenden Stern geheftet, und ein wahrer Gedankenstnrm schienüber ihn hereinzubrechen- In dem Leben jedes Menschen gibt csAugenblicke, wo die geistige Sehkraft eine deutlichere Ansicht fernerBilder ans Vergangenheit und Znknnft gestattet, gerade wie esTage gibt, wo die Atmosphäre, reiner als gewöhnlich, den physi-schen Organen alle ihre Gegenstände williger überläßt, und denGeist fast ohne alle Schranken für den Augenblick allein schaltenläßt. Einer dieser lichten Momente war jetzt auch für den Ster-benden angebrochen, und er konnte nicht ganz ohne Früchte für ihnbleiben. Raonls Seele fühlte sich von neuen Eindrücken bewegt.
„Glauben deine Priester nicht auch," fragte er, „daß, wer sichin diesem Leben gekannt und geliebet hat, auch in jenem, welches sieals das künftige anpreiscn, sich wieder kennen und lieben werde?"
„Das Leben, das uns dort erwartet, Raonl, ist nur Liebe odernur Haß. Daß wir uns wieder kennen werden, das möchte ich sogerne hoffen; auch sehe ich keinen Grund, warum ich es nichtglauben sollte. Mein Oheim ist der Meinung, cs müsse so sein."