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14 (1853) Der Irrwisch oder der Kaper : ein See-Roman
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berühmten Berges deutlich genug angezeigt haben, wenn auchseine dunkeln Umrisse nicht ohnedies; schon als eine finstere Masseam Eingänge des Golfes sichtbar gewesen wären. Die gezacktenBergspiyen hinter und oberhalb Castelamare, so wie der ganzeÄüstenstreif in der Nähe, waren gleichfalls zu unterscheidendas gegenüberliegende Ufer aber nur an dem schwachen Flimmernvon tausend Lichtern zu erkennen, welche gleich verdunkelten Ster-nen auf der ander» Seite der breiten ruhigen Wasserfläche er-schienen und verschwanden. In dem Golfe selbst ließ sich nurwenig und in der unmittelbaren Nähe der Küste gar nichts unter-scheiden, denn die Felsen umschloßen das Ganze mit einem brei-ten Gürtel tiefer Finsterniß.

Nachdem sich die beide» Männer eine volle Minute schweigendumgeschant hatten, senkten sie die Ruder und begannen in den Golfhinaus zu rudern; sie waren übereingekommen, zuvor die offeneSee zu gewinnen, ehe sie ihre kleinen Sturmsegel cinsepten. Kaumhatten sie eine kurze Strecke znrückgelegt, als ihnen das schwereFlaggen eines Segels ganz in ihrer Nähe zu Ohre» drang, woraufBeide mit instinktartiger Bewegung vorwärts schauten.

Da stand in der That ein Schiff gerade vor ihnen, und drohtesogar, ihren eigene» Kurs zu durchkreuzen. Es war dicht beimWinde, und hatte die Backbordhalsen angezogen, auch offenbarerst vor Kurzem seine Segel entfaltet, um, ohne zu vieren, andem Vorgebirge vorüberznlnven. Gelang ihm dieß, so war csim Stande, hier liegen zu bleiben, bis es vielleicht unter dieKlippen der Stadt Sorrento getrieben wurde. Dieß war auchin der That sein Ziel, denn zum zweiten Male hörte man es jetztseine Segel schütteln.

I'eslo!" murmelte Naonl,das ist ein kecker Lootse: er suchtdie Felsen, wie wenn sie seine Geliebte wären. Wir müssen ruhigliegen bleiben, Etonelle, und ihn vorüber lassen, sonst könnte er»ns noch beunruhigen."

Der Irrwisch.

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