gewöhnlichen Schweigsamkeit oft Etwas hörte, was den Sinnender Anderen entging. „Ich habe schon seit einiger Zeit denSchlag ihrer Ruder vernommen."
Alsbald stellten die beiden Seemänner das Gespräch, ja selbstdas Rudern ein, um desto ungestörter horche» zu können. Inder That ließ sich sowohl seewärts als gegen das Land hin derKlang von Rudern vernehmen, und es blieb kein Zweifel, daßnoch einige Verfolger hinter ihnen waren.
Dieß brachte die Flüchtlinge gleichsam zwischen zwei Feuer, undJthnel schlug vor, nochmals in einem rechten Winkel zu gieren, umdem gesammten Hansen in den Rücke» zu kommen. Aber Raonl wider-setzte sich diesem Vorhaben, und meinte, die Hinteren Boote seien nochso fern, daß sie recht wohl das Ufer erreichen und glücklich entfliehenkönnten. Hatte man einmal die Felsen erreicht, so war nur nochwenig Gefahr vorhanden, in der Dunkelheit überfallen zu werden.
Da übrigens Raonl vor Allem daran lag, den Lugger nach Ghita'sLandung so bald wie möglich zu erreichen, so wollte er auch seinBoot keiner allzu großen Gefahr anssehen. Dieß veranlaßte denneine ernstliche Berathung: endlich wurde beschlossen, einen Mittelwegeinzuschlagen und in den Kanal zwischen Capri und Campanellazu steuern, in der Erwartung, die englischen Boote würden, wennsie letztgenanntes Vorgebirge erreicht hätten, die Verfolgung alshoffnungslos anfgeben und nach ihrem Schiffe zurückkehreu.
„Wir können dich bei der Marina Grande von Sorrento an'sLand setzen, thenerste Ghita; von da ans hast du nur einenkurzen, leichten Spaziergang nach St. Agata."
„Sorge nicht für mich, Raonl; setze mich am nächsten bestenPunkte an's Land »nd suche dann nur dein Schiff zu erreichen.Gott hat dich ans dieser großen Gefahr befreit, und deine Pflichtist es jetzt, so zu handeln, wie er es offenbar von dir erwartet.Was mich betrifft — ich will gerne meilenweit gehen, wenn ichnur überzeugt sein darf, daß du in Sicherheit bist."